NRW passt Online-Casino-Gesetz an: Neuer Entwurf erweitert Kompetenzen und schafft Raum für gemeinsame Studios
Geschrieben von Jonas Schmid · 14.8.2026

NRW passt Online-Casino-Gesetz an: Neuer Entwurf erweitert Kompetenzen und schafft Raum für gemeinsame Studios

Nordrhein-Westfalen hat im August 2026 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Online-Casino-Gesetzes von 2022 vorgelegt, der das bundesweite Glücksspielstaatsvertrag von 2021 umsetzt und die Regulierungsbefugnisse der Behörden ausweitet, während gleichzeitig Autorisierungspflichten für Dienstleister eingeführt werden und Verpflichtungen für Lizenznehmer präzisiert werden.
Der Entwurf erlaubt mehreren Lizenznehmern die gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten für Live-Dealer-Übertragungen, was das Lizenzmodell für private Anbieter von Online-Casino-Spielen unterstützt und bis zu fünf Konzessionen über ein Vergabeverfahren vorsieht, die Laufzeiten von bis zu 15 Jahren erhalten können.
Details zum Gesetzentwurf und seinen Kernpunkten
Der Entwurf erweitert die Befugnisse der Aufsichtsbehörden, sodass diese künftig flexibler auf Entwicklungen im Markt reagieren können, während Autorisierungsanforderungen für Service-Provider eingeführt werden und die Pflichten der Lizenzhalter klarer definiert sind, damit alle Beteiligten ihre Rollen präzise kennen und einhalten.
Live-Dealer-Sendungen dürfen künftig in geteilten Studios stattfinden, was technische und organisatorische Synergien ermöglicht, ohne dass die Aufsicht über die Einhaltung von Sicherheits- und Transparenzstandards beeinträchtigt wird.
Auswirkungen auf Lizenzvergabe und Betreiber
Bis zu fünf Konzessionen sollen über ein Vergabeverfahren vergeben werden, wobei die mögliche Laufzeit von bis zu 15 Jahren Planungssicherheit schafft und Investitionen in virtuelle Tischspiele sowie Live-Streams erleichtert, die als Simulationen klassischer Casinospiele gelten.
Beobachter aus der Branche verweisen darauf, dass diese Regelungen den Rahmen schaffen, den der Glücksspielstaatsvertrag 2021 vorgibt, und zugleich regionale Besonderheiten in Nordrhein-Westfalen berücksichtigen, indem sie Anpassungen an technische und betriebliche Realitäten erlauben.

Einbettung in den bundesweiten und europäischen Kontext
Das Vorhaben steht im Einklang mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, der ein einheitliches Regelwerk für die Bundesländer schafft, und ergänzt bestehende Vorgaben durch spezifische NRW-Regelungen, die auf Erfahrungen aus der Praxis seit 2022 aufbauen, während sie gleichzeitig Spielerschutz und Marktzugang in Einklang bringen.
Laut Berichten der Europäischen Kommission entwickeln sich Lizenzmodelle in mehreren Mitgliedstaaten weiter, wobei geteilte Infrastrukturen und längere Laufzeiten als Instrumente zur Stabilisierung des Marktes genutzt werden.
Zusätzlich zeigen Analysen von Einrichtungen wie dem International Centre for Responsible Gaming in Kanada, dass klare Autorisierungsverfahren und definierte Pflichten für Betreiber sowie Dienstleister die Nachverfolgbarkeit von Transaktionen und die Einhaltung von Standards verbessern.
Praktische Umsetzung und erwartete Verfahrensschritte
Das Vergabeverfahren für die bis zu fünf Konzessionen wird voraussichtlich in den kommenden Monaten weiter konkretisiert, wobei die erweiterten Befugnisse der Behörden eine effiziente Prüfung von Bewerbungen und eine laufende Kontrolle der Lizenznehmer ermöglichen, während die gemeinsame Nutzung von Studios Kosten senkt und gleichzeitig die Einhaltung von Qualitätsstandards sichert.
Betreiber, die sich um eine Konzession bewerben, müssen die neuen Autorisierungsanforderungen für ihre Service-Provider erfüllen und die präzisierten Pflichten in ihre betrieblichen Abläufe integrieren, was zu einer transparenteren Struktur des Marktes führt.
Fazit
Der Gesetzentwurf aus Nordrhein-Westfalen schafft durch die Erweiterung von Regulierungsbefugnissen, die Einführung von Autorisierungspflichten, die Klarstellung von Verpflichtungen und die Ermöglichung gemeinsamer Studios einen aktualisierten Rahmen, der das Lizenzmodell für private Online-Casino-Anbieter stärkt und bis zu fünf Konzessionen mit Laufzeiten von bis zu 15 Jahren vorsieht, wobei der Entwurf direkt an den Glücksspielstaatsvertrag 2021 anknüpft und aktuelle Entwicklungen im August 2026 berücksichtigt.